Mr. Wissen to go an der Carl-Theodor-Schule Schwetzingen
– Fact oder Fake?
Wie entstehen Falschmeldungen? Wer steckt dahinter und wie lassen sie sich entlarven? Mit diesen Fragen setzte sich ein interaktiver Vortrag an der Carl-Theodor-Schule Schwetzingen auseinander. Zu Gast war Mirko Drotschmann, besser bekannt als „MrWissen2Go“. Der Journalist, Moderator beim ZDF und erfolgreicher Creator in sozialen Medien klärt auf seinen Kanälen regelmäßig über Geschichte und Politik auf; verständlich, sachlich und nah an der Lebenswelt junger Menschen.
Geschichte zum Anfassen: Kurfürst Carl Theodor in „MrWissen2Go“-Couleur
Noch vor dem offiziellen Vortrag wartete ein besonderes Highlight auf einige Schülerinnen. Gemeinsam mit Drotschmann drehten sie ein Video über den Kurfürsten Carl Theodor und seine Bedeutung für die Kurpfalz. Ganz in der typischen „MrWissen2Go“-Manier: lebendig, anschaulich und mit klarer Einordnung historischer Hintergründe.
Die Aufregung war groß. Eine Schülerin berichtet:
„Gestern war MrWissen2Go bei uns und wir waren unglaublich aufgeregt! Schon im Vorfeld konnten wir es kaum glauben. Als er dann da war, war die Nervosität schnell verflogen, weil er so nett, offen und sympathisch war. Gemeinsam ein Video mit ihm zu drehen, hat riesigen Spaß gemacht und war etwas ganz Besonderes für uns. Es war ein emotionaler, wunderschöner Tag, den wir garantiert nie vergessen werden.“
Interaktiver Vortrag – Fact oder Fake?
Im anschließenden Vortrag wurde deutlich, dass Falschmeldungen kein neues Phänomen sind. Von der Antike, über Napoleon Bonaparte, dem Nationalsozialismus bis heute dient Desinformation u.a. schließlich der Rechtfertigung von Diskriminierung und Unwahrheiten.
Anhand zeitgeschichtlicher Beispiele von manipulativer Werbung (HB, Milchschnitte) bis hin zu bewusst aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten von Peter Lustig zeigte Drotschmann, wie leicht sich Inhalte verzerren lassen. Die Emotionen schlagen häufig die Fakten, weshalb Fake News wirksam sind. Falschmeldungen verfolgen oft klare Ziele: Aufmerksamkeit erzeugen, Emotionen schüren, politische Meinungen beeinflussen oder Werbeeinnahmen generieren.
Warum sind soziale Netzwerke besonders anfällig für Fake News?
Die aktuelle JIM-Studie 2025 zeigt, dass ein Großteil der Jugendlichen Social Media als zentrale Informationsquelle nutzt. Bilder und Videos wirken unmittelbar emotional und genau das werde ausgenutzt.
Die Schülerinnen und Schüler diskutierten konkrete Strategien zur Überprüfung: u.a. die umgekehrte Bildersuche, etwa mit Google Lens, klassische Recherche über Suchmaschinen, Prüfung seriöser Quellen und die Anwendung der „2-Quellen-Regel“ aus dem Journalismus.
KI macht Fälschungen immer perfekter
Besonders intensiv wurde über Künstliche Intelligenz diskutiert. KI-generierte Bilder lassen sich teilweise noch an Details erkennen: fehlerhafte Belichtung, unnatürliche Fingeranzahl, verzerrte Schriftzüge, merkwürdige Schatten oder leere, ausdruckslose Augen KI-generierter Personen.
Diskussionsrunde
In einer abschließenden Diskussionsrunde stellte sich Drotschmann offen allen Fragen der Schülerinnen und Schüler. Sie interessierte besonders seine journalistische Arbeit, seinen Umgang mit Quellen und seine persönliche Meinung zu aktuellen Themen, wie beispielsweise den Epstein Files, eine gesetzlich festgelegte Zugangsbeschränkung für Social Media, die Wehrpflicht oder den präferierten Fußballverein.
Medienkompetenz als Schlüssel zur Demokratie
Drotschmann plädierte für ein eigenes Schulfach Medienkompetenz, um den kritischen und richtigen Umgang mit Medien zu erlenen. An der CTS Schwetzingen wird bereits der Medienbildungsplan umgesetzt. Es erfolgt eine geschulte Einbindung von Tablets in den Unterricht ab der 8.Klasse. Mit Hilfe des Media-Peer Programms werden Schülerinnen und Schüler zu Medienscouts ausgebildet, die ihr Wissen an Mitschüler weitergeben. Dadurch wird digitale Souveränität, Verantwortungsbewusstsein und die Fähigkeit, Medien sicher zu nutzen und zu reflektieren, gefördert. Der Besuch Drotschmanns war mehr als ein spannender Projekttag. Er war ein eindringliches Plädoyer für kritisches Denken.
Falschmeldungen entstehen nicht zufällig – sie werden gemacht, verbreitet und emotional aufgeladen. Wer lernt, Quellen zu prüfen, Hintergründe einzuordnen und Informationen kritisch zu hinterfragen, stärkt nicht nur sich selbst, sondern auch die Demokratie und Gesellschaft. Somit kann abschließend aufgeklärt werden, dass der Besuch „Mr.Wissen2Gos“ wahrhaftig und alles andere als „fake“ war.
Stephanie Hester, Frank Lücke, Julia Wiebelt
