Carl-Theodor-Schüler nehmen an der 15. Model United Nations Konferenz in Genf teil
Unterschiedliche Lebenswelten
„War das ein Eichhörnchen? Gibt es hier Eichhörnchen?“ ging ein freudig-erregter Ausruf, gefolgt von einer gewissen Hektik durch die Gruppe; alle wollte das ‚exotische‘ Tierchen sehen – eine amüsante Anekdote, die jedoch zeigt, wie unterschiedlich die Lebenswelten waren, die bei dieser Begegnung aufeinandertrafen: Elf Schülerinnen und Schüler von der französischen Karibikinsel La Martinique waren zu Besuch an der Carl-Theodor-Schule.
Der durch ERASMUS+ geförderte Aufenthalt in der Kurpfalz sei etwas ganz Besonderes, denn die Jugendlichen hätten – aufgrund geographischer und zum Teil auch finanzieller Gründe – eher selten Gelegenheit, die kleine Insel im karibischen Meer zu verlassen, erklärten die begleitenden Lehrerinnen Valéry Sidoine und Sylvie Vermesse vom Lycée Bellevue in Fort-de-France. Geradezu wissbegierig saugten sie alle Informationen auf, die sich ihnen boten: Mit Freude erkundeten sie zusammen mit ihren Corres Innenstadt und Schlosspark von Schwetzingen, kosteten deutschen Spezialitäten, wie SchniPoSa am Schlossplatz, nahmen am Unterricht teil, erfuhren den deutschen Schulalltag und ließen sich die Funktionsweise des deutschen Schulsystems näherbringen. Dabei staunten sie nicht schlecht, dass es zwischen Schwetzingen und dem 14 km entfernten Speyer größere Unterschiede im Bildungssystem gibt als zwischen Paris und ihrer 6900 km entfernten Insel. Im Rahmen von Ausflügen, die Edith Sontheimer, Kerstin Schwegler und Clemens Meyer von der CTS für sie organisierten, sollten sie mehr über die reiche Geschichte der Region erfahren, denn Bauwerke aus dem 11. Jahrhundert, wie den romanischen Dom zu Speyer oder den Judenhof, hatten die meisten unter ihnen noch nie zuvor gesehen. Doch dies war den wissbegierigen Schülerinnen und Schülern noch lange nicht genug: bereits als der Bus der Salierbrücke überquerte und sie einen Blick auf die Boeing 747 erhaschten, stand für sie fest: sie wollten unbedingt auch das Technikmuseum besuchen und überzeugten davon letztlich auch ihre Lehrer. Natürlich durfte auch ein Besuch in Heidelberg nicht fehlen. Dort ließen sie die Altstadt mit ihren Geschäften und Cafés auf sich wirken und tauchten bei einer Führung durch Friedrich-Ebert-Haus in die neuere deutsche Geschichte ein.
Müde, doch voller neuer Eindrücke reiste die Gruppe schließlich nach Paris, um von dort aus in ihre Heimat zurückzufliegen. Die ganze Schulgemeinde habe den Besuch aus der Karibik als Bereicherung empfunden und man hoffe, dass die Partnerschaft mit dem Lycée Bellevue in Zukunft auszubauen, hieß es auch von Seiten der der Carl-Theodor-Schule.
© Clemens Meyer (CTS)



