Carl-Theodor-Schüler nehmen an der 15. Model United Nations Konferenz in Genf teil
Obwohl alle von den Errungenschaften der ILO (International Labour Oranization) profitieren, wissen die meisten Menschen nur wenig über die älteste Sonderorganisation der Vereinten Nationen.
Carl-Theodor-Schüler nehmen an der 15. Model United Nations Konferenz in Genf teil und debattieren über internationale Arbeits- und Sozialstandards, Pandemieprävention sowie internationale Zusammenarbeit und Multilateralismus
„Jeder Mensch hat von Geburt an mit der ILO zu tun: Mütter erhalten Mutterschutz, Väter bekommen Elternzeit, alle Menschen haben Urlaubs- und Rentenansprüche und weitere Arbeitnehmerrechte. Dies alles haben wir der Arbeit der ILO zu verdanken.“, so begrüßte die Pressesprecherin Angelika Muller die jungen Delegierten aus 16 Ländern.
Vom 06. bis 10. Januar nahmen 690 Schülerinnen und Schüler und 65 Lehrerinnen und Lehrer an der 15. FerMUN-Konferenz (Model United Nations) in Genf teil, darunter auch neun Schülerinnen und Schüler sowie zwei Lehrerinnen der Carl-Theodor-Schule Schwetzingen.

Hintere Reihe: Peter Rösch, Jan Keller, Tim-Felix Lipka, Niklas Schell, Julien Mougenot
Vordere Reihe: Binette Rupf, Leonie Schrank, Lisa Ballreich, Leonie Blankenburg
Auch in diesem Jahr wurde die Konferenz auf gewohnt hohem Niveau vom Lycée International de Ferney-Voltaire, unserer französischen Partnerschule, organisiert und fand bereits zum dritten Mal in Folge in den Räumlichkeiten der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), der ältesten Sonderorganisation der Vereinten Nationen statt.

Eröffnet wurde die 15. FerMUN-Konferenz abermals im prestigeträchtigen Völkerpalast der UNO. Hier durften die Delegierten neben Vorträgen hochrangiger Gäste, wie Tatiana Valovaya, Generaldirektorin des UNOG (United Nations Office at Geneva) oder Alain Le Roy, einem erfahrenen Diplomaten aus Genf, auch den Reden ihrer Mitschüler aus Ländern wie Saudi Arabien, Costa Rica oder Frankreich zuhören.
Alle Redner der Eröffnungszeremonie machten deutlich, dass die Welt und insbesondere die junge Generation nur durch diplomatische Bemühungen und internationale Zusammenarbeit die Herausforderungen der Zukunft bewältigen kann. 2026 standen Solidarität und Mulitlateralismus als wichtige Instrumente im Zentrum der Veranstaltung.
Abdul-Salam Antwi, Schüler des Lycee Ferney-Voltaire, Generalsekretär FerMUN 2026, wünschte in seiner Eröffnungsrede den Teilnehmenden fruchtbare Debatten sowie die einmalige Gelegenheit, Gleichaltrige aus aller Welt kennenzulernen und sich miteinander nachhaltig zu vernetzen.

An den drei folgenden Konferenztagen übernahmen die Schülerinnen und Schüler in den beeindruckenden Räumlichkeiten der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) die Rolle von UN-Delegierten, befragten hochkarätige Experten, diskutierten über Themen rund um das moderne Arbeitsleben sowie aktuelle politische Entwicklungen und Krisen.
Aber auch zu Fragen wie der Sicherung der Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung oder der Vorbereitung auf mögliche Pandemien erarbeiteten die Teilnehmenden Resolutionen, die alle dem Generaldirektor der ILO, Gilbert F. Huongbo, vorgelegt und in Teilen auch umgesetzt werden.
Auch in diesem Jahr wurden die Debatten nicht nur nach Staaten, sondern auch nach Gruppen eingeteilt, da die ILO nach einem dreigliedrigen Modell arbeitet. Vertreter der Gewerkschaften, der Arbeitgeber sowie der Regierungen sind zu gleichen Teilen vertreten. Zwei Schüler aus Schwetzingen hatten eine Sonderrolle, denn sie durften in der Jugendversammlung die Probleme der jungen Generation in ihren jeweiligen Heimatländern erörtern und gemeinsam mit anderen jungen Menschen aus aller Welt Lösungsvorschläge erarbeiten.
Diesen komplexen Auftrag bewältigten die jugendlichen Konferenzteilnehmer, obwohl sich die Delegationen auf 16 Staaten wie Frankreich, Spanien und Kanada und Gruppen aus Saudi Arabien, der Elfenbeinküste, dem Senegal, Costa Rica und weiteren Ländern verteilten.

Die gleichberechtigten Konferenzsprachen bei FerMUN sind die Verhandlungssprachen der UN, Englisch und Französisch, die bei der ILO um Spanisch ergänzt werden. Alle Redebeiträge werden von Schülerinnen
und Schülern der teilnehmenden Schulen simultan übersetzt. Die Jugendlichen zeigten sich von dem sprachlichen Niveau der Konferenz beeindruckt und realisierten hautnah, wie wichtig Fremdsprachen immer noch sind, um sich in einer globalisierten Welt souverän bewegen zu können. Dr Ekkehardt Ernst, KI-Eperte bei der ILO, betonte in seinem Fachvortrag, dass Künstliche Intelligenz die wichtige Aufgabe des Sprachenlernens auch in Zukunft nur ergänzen, nicht aber gänzlich ersetzen kann.
„Auch diese Gruppe hat viele Erfahrungen gemacht und ihre Kompetenzen erweitert sowie internationale Kontakte geknüpft“, freuen sich die betreuenden Lehrerinnen der CTS, Edith Sontheimer und Kerstin Schwegler. Am Samstag nach der Konferenz reiste bereits zum zweiten Mal eine Gruppe aus Martinique mit zurück nach Schwetzingen, um unser gemeinsames Projekt weiterzuführen und die Carl-Theodor-Schule besser kennenlernen, bevor sie am Freitag über Paris zurück nach Fort-de-France fliegt.
„Dadurch konnten wir ein weiteres internationales Projekt an der CTS in Schwetzingen nachhaltig etablieren,“ freuen sich alle Beteiligten und hoffen auf einen Gegenbesuch in Martinique.
Julien Mougenot, Schüler der CTS, fasst seine Eindrücke folgendermaßen zusammen:
„FerMUN hat mir gezeigt, wie anspruchsvoll und zugleich bereichernd diplomatisches Arbeiten ist. Denn FerMUN ist mehr als eine Konferenz: es schafft Räume für Völkerverständigung, in denen Dialog, Respekt und diplomatisches Denken über nationale Grenzen hinweg gelebt werden. Es eröffnet uns die Möglichkeit, in einer Zeit, in der alles auseinanderzubrechen scheint, vereint zu stehen und zu handeln.“
(E. Sontheimer/K. Schwegler)
