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Blick über den kulturellen Tellerrand

Carl-Theodor-Schule initiiert Schüleraustausch mit Chile

Auf den Fluren der Carl-Theodor-Schule wird seit Anfang Dezember spanisch gesprochen. Anlass ist der Besuch von vier Austauschschülern aus Chile. Die Gäste, alle im Alter von 17 Jahren, werden noch bis Februar die Eingangsklasse des dreijährigen Wirtschaftsgymnasiums besuchen und dann nach einer einwöchigen Berlinfahrt wieder in ihre Heimat Concepción zurückkehren. 

Abteilungsleiter Norbert Weber

Chilenische Gastschüler mit deutschen Austauschpartnern

Anne Antoni und Sibylle Moog, die als Spanischlehrerinnen zahlreiche Schulen in Lateinamerika angeschrieben und so den Kontakt hergestellt hatten, ziehen schon jetzt erfreut Bilanz: „Es ist so schön zu sehen, wie die Schüler ihre Spanischkenntnisse im Gespräch mit Muttersprachlern anwenden und ausbauen.“. Mit dem Austausch wollen sie nicht nur Sprachbarrieren sondern auch Vorurteile abbauen und den Schülern darüber hinaus die Möglichkeit geben einmal über den eigenen kulturellen Tellerrand zu blicken. Dass das Konzept nicht nur auf deutscher Seite aufgeht, zeigen die bisherigen Eindrücke der Besucher. Als Unterschiede, die ihnen im Vergleich zur Heimat auffallen, nennen sie die zahlreichen Züge im Nahverkehr, die schönen und großen Häuser und den vielen Schnee. Sie finden Gefallen an Bratwurst und Bratkartoffeln, freuen sich über kompaktere Stundenpläne und genießen die größeren Freiheiten.

Besondere Freude dürfte bei den deutschen Mitschülern, Gastfamilien und Lehrern allerdings Austauschschüler Klaus Lamig hervorgerufen haben, der voller Überzeugung feststellte: „Die Leute sind viel netter als ich dachte.“. Sein Name geht auf seinen deutschen Urgroßvater zurück, was erklärt, dass er in Concepción die deutsche Schule Link öffnet in einem neuen Fenster oder Tab besucht. Schwerer nachzuvollziehen ist dies bei den anderen Austauschschülern, die keinerlei deutsche Wurzeln haben und dennoch der Schule nach deutschem System bereits seit der Grundschule den Vorzug gegeben haben. Gast Enrique Tapia versucht die Beweggründe zu erklären: „Deutschland wird als wichtige Kultur angesehen. Außerdem haben deutsche Schulen eben einfach einen sehr guten Ruf unter den internationalen Privatschulen“.

Auf die Frage hin, was sie am meisten vermissen, antworten alle vier einstimmig: „Die Wärme und die Sonne“. Dieses Problem dürften die deutschen Austauschpartner bei ihrem circa zehnwöchigen Gegenbesuch ab Juli allerdings auch haben, denn verglichen mit unseren dann sommerlichen Temperaturen, wird der Winter dort mit 4 bis 12 Grad gleichfalls kühl anmuten. So bleibt zu hoffen, dass auch ihnen dann die Freundlichkeit der Gastgeber über dieses Bekümmernis hinweg helfen wird und sie ebenfalls unvergessliche Eindrücke sammeln können.