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Schüler sprechen im Rathaus über Vandalismus

Pressemitteilung der Stadtverwaltung Hockenheim vom Mittwoch, 21. Juli 2010

Sie kennen das Thema Vandalismus unmittelbar, denn sie als Jugendliche sind betroffen. In dem Projekt „Augen auf! Gemeinsam gegen Vandalismus“ setzte sich eine 10-köpfige Schülergruppe der Carl-Theodor-Schule Schwetzingen intensiv mit Vandalismus und Zerstörung auseinander und beschäftigte sich unter anderem auch mit den Zerstörungen im Landesgartenschaupark in Hockenheim. Zusammen mit Lehrerin und Projektleiterin Nicola Höfs stellten mehrere Zehntklässler am gestrigen Dienstag, 20. Juli, Bürgermeister Zimmermann ihre Ergebnisse und Schlussfolgerungen im Rathaus Hockenheim vor und erarbeiteten im Dialog mit der Verwaltungsspitze praxisnahe Lösungsvorschläge.

Schüler bei SKF in Hockenheim

Zehntklässler präsentieren Projektergebnisse vor Bürgermeister Zimmermann

„Vandalismus“, so definieren die jungen Leute in ihrer zum Projekt erstellten Schülerzeitung, sei die „sinnlose Zerstörung fremden Eigentums“. In einer Bestandsaufnahme fassen die Schüler in einer großen Zeitungsseite die Ergebnisse ihres zweimonatigen Projektes zusammen. Während des Projekts hatten sie mit verschiedenen Personen aus Hockenheim, unter anderem Gemeinderäten, Verwaltung, Schulen und Verantwortlichen für das Landesgartenschaugelände, gesprochen. Hieraus entwickelten die Schüler einen Ursachenkatalog für Vandalismus sowie erste Lösungsvorschläge unter dem Motto: „Kleine Schritte führen zum Erfolg!“. Oberste Botschaft der Projektgruppe ist: Respekt einfordern und fördern.

Über erste Schritte, die die Schüler zur Beseitigung des Problems vorschlugen, aber auch über die bereits von der Stadt geleistete Arbeit zur Bekämpfung von Vandalismus diskutierte die Projektgruppe lebhaft mit der Rathausspitze. Deutlich wurde dabei: Auch die jungen Leute wollen mehr Konsequenz bei der Bestrafung von Tätern, denn die Jugendlichen selbst leiden unter ihren gewaltbereiten „Kollegen“, die lediglich auf Exzesse und Gelage aus seien. Der Weg dorthin, so die Meinung der Schüler, sei aber schwierig.

„Es kommt auf die Ansprache an“, meint eine der Schülerinnen. Keinesfalls wolle sie, dass man alle Jugendlichen unter Generalverdacht stelle und als Verbrecher behandelt. Das Problem im Landesgartenschaugelände müsse, so die Jugendlichen, differenzierter betrachtet werden. Grundsätzlich sei zwischen zwei Gruppen zu unterscheiden: Denen, die auf dem Gelände ihren Spaß und ihre Freizeit genießen wollen, und denen, die lediglich auf Randale aus seien.

Während die erste Gruppe offen sei für das Gespräch und auch Absprachen einhielte, sehe die Sache bei den gewaltbereiten Gruppen anders aus. Hier seien drastischere, „uncoolere“ Strafmaßnahmen zu ergreifen, wie etwa Säuberungsaktionen im Park am frühen Samstagmorgen. Wichtig sei es aber, die Täter zur Rechenschaft zu ziehen, ohne die „normalen“ Gruppen mit hereinzuziehen. Denn die meisten der jugendlichen Parkbesucher wollen das, was auch die Erwachsenen gerne tun, nämlich einfach in Ruhe ihre Freiheit im Landesgartenschaugelände genießen.

Und gerade die Angst, diese Freiheit zu verlieren, würde oft dazu führen, dass man die gewaltbereiten Gruppen gewähren lasse. „Die friedlichen Parkgäste sind zwar in der Mehrheit“, so die Einschätzung der Schüler. Dennoch schreckt diese Gruppe davor zurück, den Tätern entgegenzutreten, da dann Repressalien wie die Schließung des Parks befürchtet werden. „Und der Park ist Freiheit, die es so anderswo nicht gibt. Hier können wir in Ruhe miteinander sprechen, haben Platz, fühlen uns nicht unter Aufsicht. Diesen Platz möchten wir nicht aufgeben, selbst wenn uns in der Stadt andere Räume zur Verfügung gestellt würden“, so die Meinung der Jugendlichen.

Bürgermeister Werner Zimmermann dankte den Engagierten und rief zur Zivilcourage auf. Gerade das Zurückschrecken eröffne den wenigen Randalierern Räume, um die Freiheit aller zu beschränken und so die Überwachung aller mit Sicherheitsdiensten bzw. die Schließung des Parks in der Nacht notwendig mache. Deshalb sei das Engagement der Jugendlichen, wie etwa im bald zu wählenden Jugendgemeinderat, wichtig für ganz Hockenheim.