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Ausmaß von NS-Verbrechen erfahrbar gemacht

Schüler der Carl-Theodor-Schule unternehmen eine Exkursion zur KZ-Gedenkstätte Dachau

Schwetzingen , Samstagmorgen, 8 Uhr 30:  Statt auszuschlafen und das Wochenende zu genießen, machen sich Schüler der Klasse 6/10/2 der Carl-Theodor-Schule mit ihrer Geschichtslehrerin Nicola Höfs auf den Weg nach Dachau Link öffnet in einem neuen Fenster oder Tab. „Auf dem Lehrplan steht das Thema Nationalsozialismus  – im Klassenzimmer ist dies nur schwer vermittelbar“, erklärt die Geschichtslehrerin, die Orte der Erinnerung ließen diese Zeit hingegen authentischer werden.

Eingangstor KZ-Gedenkstätte Dachau
Schülergruppe in der KZ-Gedenkstätte Dachau

Andreas Pflock, Mitarbeiter des Dokumentationszentrums, lässt die Schüler und ca. 20 weitere Gäste bei seiner Führung durch die Gedenkstätte an vielen Stationen innehalten. Die Gebäude, der Appellplatz, die Gaskammern – all das wird durch Berichte der Überlebenden dokumentiert. Besonders ergriffen zeigen sich die Schüler von den vorgelesenen Tagebuchauszügen ehemaliger Häftlinge. Erst hierdurch treten sie für die Schüler aus der Anonymität der Opfer hervor.

Nicht nur durch die Führung können die Schüler viele Informationen sammeln. Auch innerhalb der Besuchergruppe lernen Sie Schicksale und einprägsame Persönlichkeiten kennen. Da gibt es den Enkel, dessen Großvater in Dachau gestorben ist. Da gibt es den sympathischen älteren Herrn, der die Evangelischen Versöhnungskirche Link öffnet in einem neuen Fenster oder Tab auf der Gedenkstätte miterbaut hat und nun zum ersten Mal fertiggestellt sieht. Ein anderes Bewusstsein weckt in den Schülern auch das Wissen darum, dass sich Joschi Rose, der Sohn des Vorsitzenden des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma Link öffnet in einem neuen Fenster oder Tab unter den Besuchern befindet. Sein Vater hatte Ostern 1980 mit 12 Sinti in der Versöhnungskirche einen international beachteten Hungerstreik geführt, um auf den Völkermord an seiner Minderheit aufmerksam zu machen.

In Dachau, wo der „SS-Staat“ begonnen hatte, der bis in die Massenvernichtung von Auschwitz führte, erfahren die  Schüler an diesem Tag eindrücklich, was man in der NS- Zeit mit Andersdenkenden, Minderheiten und Andersgläubigen gemacht hat: Sie wurden verschleppt, erniedrigt, umerzogen, zu schwerster Arbeit gezwungen und für medizinische Experimente gewissenloser Wissenschaftler missbraucht. Bewegt von diesen Eindrücken empfinden die Schüler auf der Heimfahrt eine Erleichterung darüber, dass dieser Staat dort auch sein Ende fand, als das Lager als vorletztes KZ am 29. April 1945 befreit wurde.